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JOB REPORT: GIULIA TAMIAZZO, RE:TREAT

Job Report: RE:TREAT

Schon beim Betreten des gemütlichen und lichtdurchfluteten 200 m² großen Altbausalons fühlt man, wie langsam aber sicher der Stress nachlässt.

Für meinen heutigen »Job Report« habe ich Giulia Tamiazzo in ihrem wunderschönen Studio auf der Wiener Nelkengasse besucht – los geht’s, 7 Fragen an Giulia von RE:TREAT.


1. Liebe Giulia – eine garnicht so einfache Frage gleich zu Beginn: Was macht Dich glücklich? Was zeichnet Dich aus? Wer inspiriert Dich?

Ich glaube ich habe das große Glück ein Mensch zu sein, der mit allen Dingen sehr zufrieden ist und prinzipiell nur kleine Dinge braucht, um glücklich zu sein. Wenn ich Konkreteres nennen müsste, würde ich meine Arbeit sagen. Für mich war es ein wichtiger Schritt mich selbstständig zu machen und auch wenn einiges manchmal nicht läuft wie geplant und der Anfang oft schwer ist, ist das positive Feedback, das man bekommt unbezahlbar. Da mein Job quasi meinen ganzen Tag einnimmt bin ich natürlich sehr froh, dass er mich so glücklich macht. Außerdem liebe ich es zu reisen, weil es mir dabei hilft abzuschalten – und letztendlich haben mich meine Reisen auch auf die Idee gebracht mich hier in Wien selbstständig zu machen.

Und was mich auszeichnet? Wie gesagt die Tatsache, dass ich mit wenig zufrieden sein kann. Ich glaube diese Eigenschaft hilft mir auch sehr. Es werden einem immer Steine in den Weg gelegt und ich denke es ist wichtig, sich nicht runter kriegen zu lassen und optimistisch zu bleiben.

Und gibt es jemanden der dich besonders inspiriert?

Ich glaube man kann von jedem einzelnen Menschen etwas lernen. Ich finde es interessant zu erfahren wie andere die Welt sehen und wie sie an gewisse Dinge heran gehen. Man kann – sofern man will – in jedem Menschen Inspiration finden.

2. In Deinem Beruf hilfst du täglich zahlreichen Menschen im Stress zur Ruhe zu finden. Wann begann Deine Leidenschaft zum Yoga?

Ich war eigentlich immer sehr unsportlich und habe erst mit ungefähr 26 Jahren mit Yoga begonnen, da ich bereits zum Ende meines Studiums immer wieder Rückenschmerzen hatte. Ich habe sehr schnell gemerkt, dass es mir und meinem Körper wirklich gut tut. Über eine Dauer von 10 Jahren habe ich bis heute meinen eigenen Stil gefunden – was zu Beginn sehr körperlich war, ist jetzt deutlich ruhiger. Ich meditiere auch sehr gerne.



3. Erzähle doch bitte kurz von Deinem Werdegang.

Ich habe in Wien BWL studiert und habe aufgrund meines Interesse an Kunst meinen Master in Gegenwartskunst in London gemacht. Nach einigen Jahren im Ausland bin ich nach Wien zurückgekehrt und war im Kunstbereich tätig. Schon während meiner Arbeit habe ich für mich persönlich Yoga praktiziert, danach meine Ausbildung gemacht, begonnen zu unterrichten und schlussendlich den Schritt gewagt mein eigenes Studio zu gründen. Mittlerweile besteht es ein Jahr, die Idee dazu hatte ich aber bestimmt schon vor 2-3 Jahren.

4. Auch wenn ich jetzt schon einiges über Dein wundervolles Studio weiß – fasse doch bitte noch einmal kurz zusammen: Wofür steht RE:TREAT, was zeichnet Dein Konzept aus und unterscheidet es von anderen?

Im Grunde ist mir wichtig, dass mein Studio ein Rückzugsort ist, an dem man auch alleine praktizieren kann. Außerdem haben wir das Essen – man sagt ja auch »beim Essen kommen die Leut’ zamm«. Wir veranstalten einige Events bei denen wir auch zusammen essen und ich finde, dass das die Community klar positiv verändert und man auf einem ganz anderen Level connected.

Außerdem liegt der Fokus bei uns definitiv auf ruhigen Yogastilen und Meditation, die für mich sehr wichtig ist. Jeder von uns hat Stress – bei RE:TREAT soll man sich wohl fühlen und abschalten können.

5. Warum gerade Wien? Was magst Du an der Stadt und vor welche Herausforderungen stellt sie Dich in Bezug auf Dein Business?

Manchmal ist es denke ich wichtig eine Zeit lang an anderen Orten zu leben, um Wien wieder mehr schätzen zu wissen. Wien ist eine doch relativ kleine Stadt, die allerdings doch sehr viel bietet und hohe Lebensqualität garantiert. Die Grünflächen, das kulturelle Angebot – das findet man nicht überall. Nach meiner Zeit in größeren Städten wie New York und London habe ich mich nach der Ruhe Wiens gesehnt und diese als Ausgleich zu meinem damaligen doch recht stressigen Job gesehen. Vielleicht ist das auch die Herausforderung, vor die mich Wien gestellt hat: Manchmal hat man das Gefühl, dass es in direktem Zusammenhang mit der Ruhe auch wenig Antrieb gibt, was gerade als Jungunternehmerin schwierig ist. Es gibt aber definitiv eine tolle Start-Up Szene in Wien, mit diesen innovativen Menschen sollte man sich umgeben.

6. Was sind die Hauptbestandteile Deines Jobs? Welche Aufgaben erachtest du als besonders spannend? Gibt es auch weniger schöne Seiten?

Meine Hauptaufgabe ist eigentlich verschiedenste Dinge zu koordinieren. Wir sind aktuell 13 Personen im Lehrerteam, diese Größe ist mir wichtig, da ich eine große Diversität im Angebot garantieren möchte. Aus unseren vielseitigen Stunden resultiert natürlich einiges an Koordinationsarbeit. Außerdem unterrichte ich selbst auch immer noch sehr gerne.

7. Last but not least: Welchen Tipp würdest Du jungen Menschen mit auf den Weg geben?

Wenn es etwas gibt wofür man brennt, sollte man sich nicht runter kriegen lassen. Natürlich ist der Weg nicht immer leicht, was man vielleicht auch einfach als Probe ansehen kann, ob man es wirklich ernst meint. Wenn man allerdings tatsächlich macht was man gerne tut, ist es eigentlich keine Arbeit mehr – bei so einem wichtigen Punkt wie der Berufswahl sollte man keine Kompromisse eingehen.

Photo Credits: Sophie Balber

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