Career Mode

JOB REPORT: CHRISTIANE GRUBER, AWARENESS & CONSCIOUSNESS

Ein Job in der Modebranche ist wohl der Traum vieler. Eine, die sich diesen verwirklicht hat ist Christiane Gruber vom Wiener Label Awareness & Consciousness.

Für meinen allerersten »Job Report« habe ich sie in ihrem Store auf der Lindengasse besucht und war nicht nur von ihrer Kollektion sondern auch der Message dahinter begeistert. Los geht’s – 7 Fragen an Christiane Gruber.


1. Liebe Christiane, was macht Dich glücklich? Was zeichnet Dich aus? Lieblingsdesigner?

Designs von Größen wie Maison Margiela, Rei Kawakubo oder Helmut Lang sprechen mich sehr an. Allgemein verfolge ich aber kaum Designer, Inspiration finde ich vielmehr in der Kunst.  Was mich besonders glücklich macht ist die Natur – mich fasziniert ihre Unregelmäßigkeit. Ich glaube was mich ausmacht ist meine ruhige Art. Ich führe ein sehr bewusstes Leben – dafür steht Awareness & Consciousness und dafür stehe ich selbst.

2. Du bist in deinem Beruf täglich von unfassbar hochwertigen Qualitäten und wundervollen Designs umgeben. Wann begann deine Liebe zum Modedesign?

Sehr früh. Ich ging nie wirklich gerne zur Schule und wusste lang nicht, was ich nach meiner Ausbildung anfangen wollte. Von Kind an haben mich textile Arbeiten fasziniert, Arbeit mit den Händen hat mich immer beruhigt.

3. Erzähle doch bitte kurz von deinem Werdegang. Schule, Praktika, Ausbildung?

Ich habe eine HLW besucht und dort mit der Matura abgeschlossen. Danach war ich mir allerdings nicht sicher, in welche Richtung ich weiter gehen sollte. Aufgrund meiner Leidenschaft für textile Arbeiten beschloss ich das Modekolleg an der Wiener Herbststraße zu absolvieren, danach bewarb ich mich an der Angewandten.

Dort hatte ich erstmals das Gefühl wirklich frei zu sein und tun zu können, was ich wollte. Ich konnte mich selbst besser kennenlernen, Neues ausprobieren, Dingen ihren Lauf lassen und musste mich von keinen Vorgaben mehr blockieren lassen. Diesen freien Zugang habe ich mir bis heute bewahrt.

Die Auszeichnung mit dem Modepreis des BMUKK 2002 ermöglichte mir erste internationale Erfahrungen bei Haider Ackermann und A.F. Vandevorst in Antwerpen. Nach diesem Praktikum gründete ich mein eigenes Label. Ich präsentierte meine Kollektionen 4 Jahre lang während der Fashion Week in Paris, außerdem wurden sie in 5 – 6 Stores Weltweit verkauft. Sogar einer in New York war dabei. Aktuell findet man meine Kreationen nur mehr in meinem eigenen Store in Wien.

4. Warum gerade Wien? Was magst du an der Wiener Modeszene, was nicht? 

Nach Antwerpen und Paris stand für mich fest: Es zieht mich nicht in große Städte. Meine Familie und meine Freunde leben in Wien, Wien ist überschaubar, hat eine gute Größe. In den letzten 10 Jahren hat sich hier extrem viel getan. Für mich ist es genau die richtige Stadt für Awareness & Consciousness sowie meinen Store.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5. Wofür steht Awareness & Consciousness? Was zeichnet die Brand aus?

Für angenehm tragbare Materialien, die niemals steif oder unangenehm sind. Ich beziehe sie hauptsächlich aus Österreich, Deutschland und Italien. Gefärbt werden sie in meinem Atelier oder zu Hause, die Schnitte entstehen im Prozess.

Nach Paris habe ich beschlossen meine Kollektionen kleiner zu gestalten. Klassiker bleiben und finden in neuen Farbnuancen wieder ihren Weg in die nächste Saison. Die Farbgebung spiegelt übrigens immer meine persönliche Stimmung wieder – in der aktuellen Kollektion findet sich erstmals kräftiges Rot.

6. Was ist das schönste an deinem Job?

Mit den Stoffen arbeiten zu können und die Möglichkeit zu haben, selbst zu nähen. Der Moment in dem ich die Gedanken komplett schweifen lassen kann ist jener, in dem der kreative Prozess beginnt. Dann entstehen aus verschiedenen Materialien und Farben ganz neue Stimmungen.
Außerdem liebe ich den persönlichen Kontakt mit meinen Kunden und Kundinnen, den mir der Store ermöglicht.

7. Last but not least: welchen Tipp würdest du jungen Frauen mit auf den Weg geben?

Wenn wir ehrlich zu uns sind, haben wir selbst das beste Gespür dafür, was gut für uns ist. Auf diese Gefühle sollten wir vertrauen. Immer nur den leichten Weg nehmen zu wollen bringt das Risiko mit sich, manches nie zu tun.

 

Photo Credits: Sophie Balber

 

 

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