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JOB REPORT: SUSANNE BISOVSKY

JOB REPORT: SUSANNE BISOVSKY

Mit ihrem »Wiener Chic« machte sich Susanne Bisovsky intertationale Fans von Iris Apfel über Suzy Menkes bis zu Lidewij Edelkoort. Aktuell ziert ihre Installation zum Thema »Nordlicht« das Schaufenster des Swarovski Kristallwelten Stores auf der Wiener Kärntner Straße. Für meinen heutigen »Job Report« habe ich die Designerin in ihrem wunderschönen Salon besucht – los geht’s, 7 Fragen an Susanne Bisovsky.

1. Wann begann Deine Leidenschaft zum Design?  

Früher fand ich es ganz furchtbar, wie man sich überhaupt über Kleidung Gedanken machen konnte. Ich glaube, mein Interesse für Mode begann mit ungefähr elf Jahren. Heute bin ich sicher, dass Bekleidung schon eine Berechtigung und definitiv auch eine tiefere Bedeutung hat. Kleidung ist mehr als »nur Gwand«.

2. Du hast schon mit zahlreichen namhaften Designern gearbeitet, darunter Beispielsweise Helmut Lang . Was hast Du von der Arbeit mit eben diesen mitgenommen? 

Um ehrlich zu sein glaube ich, dass die Zusammenarbeit doch immer ein Geben und Nehmen war. Das klingt vielleicht großprotzig, aber Helmut Lang hat in unserer gemeinsamen Begegnung genauso sehr von mir profitiert, wie ich von ihm. Von mir hat er etwas bekommen, das er von jemandem anderen nicht bekommen hätte. Ich denke ich bin jetzt alt genug, um mir das auch positiv einzugestehen. Was ich aber jedenfalls von ihm gelernt habe ist, dass es einen Punkt gibt, an dem man ein Kleidungsstück nicht weiter bearbeiten sollte. Im Designprozess neigt man oft dazu, immer noch ein bisschen mehr machen zu wollen. Helmut Lang wusste immer genau wann Schluss ist. An der Angewandten haben wir oft zusammen Kleidungsstücke zerlegt, um sie am Ende des Tages doch wieder so zusammen zu bauen, wie sie waren. Das war eine sehr intensive Beschäftigung mit Kleidung und Proportionen. Diese hat mich bestärkt und natürlich auch inspiriert. Ich habe ja selbst auch an der Angewandten unterrichtet und ich glaube, niemand würde lehren, wenn es nicht immer ein Geben und Nehmen wäre. So war es eben auch bei uns.

3. Wann hast Du beschlossen Dich selbstständig zu machen? Gab es einen ausschlaggebenden Moment? 

Ich glaube das hat sich ganz natürlich entwickelt. Ich habe in der Vergangenheit bereits für Gössl gearbeitet und an der Angewandten gelehrt. Letztlich habe ich aber für mich festgestellt, dass ich hier in meinem Atelier doch einfach am besten funktioniere.

4. Welche Aufgaben stehen auf deiner täglichen Agenda? Und macht Dir die Haute Couture oder Prêt-à-porter mehr Spaß?

Das kann man jetzt sehr glamourös, aber auch sehr nüchtern schildern. Mein Fixum ist, dass ich täglich in den Salon runter komme. Zweimal jährlich mache ich Kollektionen für Sportalm. Und dann sind da noch spannende Projekte, wie eben kürzlich jenes mit Swarovski. Zur Frage nach Haute-Couture beziehungsweise Prêt-à-porter: Die beiden sind für mich sich streitende und liebende Schwestern. Die Prêt-à-porter hat manchmal so viel Potenzial, dass sie der Couture etwas abgibt. Oft speist aber auch die Couture die Prêt-à-porter. Meist ist es auch gar nicht so, dass ich ganz vorsätzlich Haute Couture oder Prêt-à-porter mache, das ergibt sich im Prozess. Bei Prêt-à-porter-Modellen, sprich für die Straße, versuche ich jedenfalls schon ein Bild zu erschaffen, dass für mich zu Wien passt: mein Wiener Mädel. Das macht großen Spaß, aber die Haute Couture ist ebenso unfassbar spannend. Vor allem auch der direkte Kontakt zu und das Wechselspiel mit den Kunden.

5. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Swarovski? Was inspirierte Dich zur Installation? 

Mich inspiriert der Kristall unglaublich und er kann für mich definitiv so viel wie ein Edelstein. Das Thema Winter ist ohnehin wie gemacht für mich. Ich durfte in der Vergangenheit schon einmal eine Auslage für Swarovski gestalten – damals aber die Vorweihnachtsauslage. Dieses Fenster jetzt ist für mich noch einmal so etwas wie die Krönung. Einfach weil ich Weihnachten unglaublich liebe. Der Schnee, das Eis, die klirrende Kälte. Im Winter können die Menschen richtig angezogen werden. Das Bekleiden und Bemustern der Haut ist für mich so viel spannender als das Weglassen.

6. Die Adventszeit steht unmittelbar bevor. Wie feierst Du Weihnachten? Was wünscht Du Dir in diesem Jahr besonders? 

In diesem Jahr gibt es eine Ausnahmesituation, da wir Weihnachten in New York verbringen – ein Geschenk meiner Schwester. Im Grunde bin ich aber am glücklichsten, wenn ich mich einfach zu Hause einkuscheln kann und so nah als möglich an das Bauchgefühl von damals komme. Das Gefühl von Weihnachten ist für mich allgemein viel wichtiger als der Weihnachtsabend selbst. Und was ich mir wünsche? Ein mehr an Respekt füreinander in unserer Gesellschaft. Ich glaube ein Mangel an gerade diesem ist das Hauptmanko unserer Zeit.

7. Last but not least: Welchen Tipp würdest Du jungen, kreativen Menschen mit auf den Weg geben?

Das Schlimmste ist, Trends nach zu laufen, denn dann hinkt man immer den »bösesten Schritt« hinterher. Wir hier passen uns nicht an das an, was da draußen passiert und ich denke, darin liegt auch das Geheimnis. Man muss eigenständig arbeiten, seinem eigenen Stil treu bleiben und darf sich nicht zu sehr von Tendenzen draußen ablenken lassen.

© Sophie Balber In freundlicher Zusammenarbeit mit Swarovski Kristallwelten. Ein zweites Interview mit Susanne Bisovsky findet Ihr unter diesem Link. 

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